Beginn des Hauptinhaltes
Hauptinhalt überspringen

BIERSTREIT VOR MEHR ALS 300 JAHREN




In diesem Jahr haben wir ein ganz besonderes Jubiläum, nämlich den sogenannten „Bierstreit“ zwischen Aue und Lößnitz, der auf 1707 datiert wird.


Hintergrund der Geschichte ist, dass Bierbrauen als Privileg galt und innerhalb der sogenannten „Bannmeile“ weder andere Brauereien erbaut noch auswärtiges Bier ausgeschenkt werden durfte. Die Bannmeile wurde 7km um die Stadt gezogen, damit die brauberechtigten Bürger vor, vom Rat nicht genehmigten Brauerlaubnis, geschützt wurden

Nun gab es jedoch die Sonderregelung, die meisten Rittergüter ebenfalls das Braurecht besaßen und auch die Besitzer einzelner Hammerwerke ihr eigenes Bier brauen durften. Und so kam es, dass es unweit der Stadt, nämlich am Blaufarbenwerke am Niederpfannenstiel zwei Schänken gab, da gab es das gute Lößnitzer Bier. Dabei ist zu bedenken, dass die Stadt Aue und das Blaufarbenwerk durch eine Art von Landesgrenze getrennt waren. Denn das Blaufarbenwerk gehörte zum Schönburgschen Land, in dem manche Gegenstände des täglichen Bedarfs nicht so hoch versteuert waren wie in Kursachsen. Das heißt, hier war das Bier billiger. Und so entwickelte sich ein lebhafter Handel über den schmalen Holzsteg, den das Blaufarbenwerk um 1720 über das Schwarzwasser gebaut hatte. Nun hatte aber seit 1629 Aue das Recht, Bier zu brauen und es gab einen Bierschank im Rathaus.
Die Auer Schänke hatte tüchtige Einbußen durch den Bierschank in Niederpfannenstil. Verständlich, dass man wollte, dass die Bürger das Auer Bier der brauberechtigten Bürger trinken sollten und keinesfalls fremdes Bier einführen durften. Und so gab es einen erbitterten Streit zwischen Aue und Lößnitz wegen den Schenken am Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel.

Die Stadt forderte, um den fremden Bierkonsum zu unterdrücken, den Werksbesitzer auf, den Steg mit einer Tür stets verschlossen zu halten und den Schlüssel jederzeit bei sich zu führen.
1718 sollte infolge des "Bierstreites" die Fußgängerbrücke von Pfannenstiel auf Anordnung des Stadtrichters Melber weggerissen werden, die Blaufarbenwerker verhinderten dies jedoch mit einer Eingabe nach Dresden.
1721 erging von Aue dann eine Bittschrift nach Dresden, die den unversteuerten Bierkonsum unterbinden sollten. Es wurde sogar behauptet, die „Weiber“ hätten die Behältnisse mit Bier unter ihren Röcken über das Schwarzwasser geschmuggelt.
Die Petition zeigt, wie schwer es den Auer Bürgern gemacht wurde, zu einem Glas Bier in einer der beiden Schänken des Blaufarbenwerkes zu gehen, wie sie andererseits aber besonders an den Feiertagen kein Mittel unversucht ließen, das gute Lößnitzer Bier im Blaufarbenwerke zu ergattern und wie sie womöglich sogar über den Rechen des Wehres balanciert sind,

Hinzuzufügen wäre nur noch, dass die Stadträte von Aue bei denen in Lößnitz vorstellig wurden und meinten, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann, dass in der Werkssiedlung vom Blaufarbenwerk in dem kaum mehr als 18 - 20 Familien wohnen, in den beiden Schankstuben zwei bis drei Fass Bier verbrauche. Das sei viel mehr, als dies in der ganzen bierbrauenden Stadt Aue geschehe...
Es gab auch Auseinandersetzungen zwischen Lößnitz und Zelle. Dabei stürmten Lößnitzer Bürger das Muldenthal und zerschlugen die Fässer. Solche “Kriege” führte Lößnitz auch mit dem eigenständigen Rittergut Klösterlein.
Gebraut wurde übrigens im Brauhaus, das auf dem Marktplatz an der Westseite des alten Rathauses stand. 1861 wurde es abgebrochen. Man baute dann das Kommungut zur Brauerei um. Der Name der Gastwirtschaft Brauerei erinnerte daran. Das Malzhaus, das zum Darren des Malzes benötigt wurde, im Privatbesitz eines Auer Bürgers. Erst 1823 baute sich die brauberechtigte Bürgerschaft ein Malzhaus. Es hat bis 1862 als solches gedient, hieß später dann, nachdem ein neuerlicher Umbau es weiter umgestaltet hat, im Volksmund noch „Malzhaus“ (Bockauer Straße 46).“

Auch heute noch wird in Aue Bier gebraut. Und zwar im Brauereigasthof „Lotters Wirtschaft“ im Hotel „Blauer Engel“. Hier gibt es auch eine gläserne Brauerei und ein Biermuseum mit der größten Bierkrugsammlung Sachsens. Angeboten werden außerdem Bierseminare, in denen man sein eigenes Bier brauen kann.
Sehen Sie hier alle Einträge der Kategorie

Aktuelles
Beginn der Infoblöcke
Blöcke überspringen
KONTAKT
Öffnungszeiten Stadtinformation
Mo - Do:09:00 - 18:00 Uhr
Fr: 09:00 - 15:00 Uhr
Sprechzeiten Verwaltung
Mo, Mi, Do:09:00 - 12:00 Uhr
13:00 - 16:00 Uhr
Di: 09:00 - 12:00 Uhr
13:00 - 18:00 Uhr
Fr: 09:00 - 12:30 Uhr
Telefon:03771 281-0
Telefax:03771 281-234
stadtinformation@aue.de
Ende der Infoblöcke