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„BERGBAU- ERLEBNISTAGEN IM ERZGEBIRGE“<

Weiße Erdenzeche Aue am 03.Juni 2017 mit dabei bei „Bergbau- Erlebnistagen im Erzgebirge“
Am 3. Und 4. Juni 2017 sind wieder alle Interessenten eingeladen, das Erzgebirge mit seiner 800 Jahre langen Bergbaugeschichte zu entdecken.
Eines von insgesamt 31 Erlebnisangeboten (alle im Internet unter www.erzgebirge-tourismus.de) ist eine Besichtigung des restaurierten Huthauses der ersten Kaolingrube Europas, der „Weißen Erden Zeche Aue“ aus dem Jahr 1705, zu welcher alle am 03.06.2017 von 10:00 -16:00 herzlich eingeladen sind.
Mit Auer Erde wurde ca. 150 Jahre das weltbekannte Meissner Porzel-lan gefertigt .Bei flexiblen Führungen gibt es an diesem Tag Informati-onen zur Rekonstruktion des Huthauses, zu Entdeckung und Abbau des Kaolins sowie zum 500-jährigen Wirken der Unternehmerfamilie Schnorr von Carolsfeld im Erzgebirge.
Angeboten werden außerdem Schnitz- und Klöppelvorführungen, für einen Imbiss und Getränke ist ebenfalls gesorgt. Der Eintritt ist frei, Parkplätze sind vorhanden.
Anschrift/ Kontakt:
Schwarzenberger Straße 96
08280 Aue
Weißerdenzeche Aue
Telefon: 03771/251466
Zufahrtsinformationen: stadtauswärts Einfahrt rechts gegenüber Möbel-haus Illig.

Informationen zum Huthaus:
Das im Jahr 1705 erbaute Huthaus an der „Weißen St. Andreas Fundgrube“ brannte 1781 ab, und wurde 1782 wieder aufgebaut. Der sächsische Kurfürst Friedrich August III. erwarb 1790 eine größere Anzahl von Grubenanteilen, somit gelangte die Zeche unter staatlichen Einfluss. Gänzlich neu errichtet wurde das Huthaus 1828. Im Jahr 1932 erfolgte ein Umbau mit beträchtlichen Erweiterungen zum städtischen Bürgerheim. Am 6. Mai 1933 weihte der Bürgerverein Aue den ersten Bauabschnitt des erweiterten Bürgerheimes an der "Weißen Erdenzeche" auf dem Heidelsberg ein. Das Hauptgebäude wurde renoviert und an der Ostseite ein Flügel angefügt. Im unteren Teil befanden sich die Wirtschaftsräume, im ersten Stock geräumige Zimmer, jedes in einem anderen Farbton. Ein Teil des Korridors verbreitert sich in ein Vestibül, wo Korbmöbel zum Verweilen einladen. Vor dem Haus plätscherte der Arthur-Bochmann-Brunnen. 1893, zum 30-jährigen Stiftungsfest, hatte der damalige erste Vorsitzende Christian Becher die Devise ausgegeben, das Heim zu errichten. Als man 1912/13 die "Weiße Erdenzeche" von der Stadt als Erbpacht erhielt, wies der Baufonds die stattliche Summe von 50.000 Mark auf, die aber später Krieg und Inflation zum Opfer fielen. Vereinsmitglied Louis Sachadä stiftete ein behaglich eingerichtetes Gartenhaus. Am Eingang wurde ein weißer Stein aufgestellt, darauf eine Gedenktafel mit der Inschrift: "A.D. 1933. Zum Gedächtnis an die Errichtung des Bürgerheimes und des III. Reiches. Bürgerverein Aue von 1863". 1945 erfolgte ein Umbau zum städtischen Feierabendheim. Bei einem Großbrand 1984 fielen sämtliche Räume des Gebäudes den Flammen zum Opfer.
Nach Jahren des Verfalls erfolgte unter Leitung der Denkmalschutzbehörde die Rekonstruktion des Huthauses. Heute ist das ehemalige Huthaus eine Frühstückspension. Auch das Umfeld wurde seiner Historie entsprechend gestalte, so dass dieses historische Bergbaudenkmal der Nachwelt erhalten werden konnte.
Weiße Erde aus Aue

Im Jahr 1698 verfolgten Häuer im Grubengang des „Roten St. Andreas“ einen mächtigen Eisensteingang und stießen dort auf eine Verwerfung. Beim Ausrichten der Verwerfung, um den Gang wieder zu finden, fuhren sie eine mächtige verwitterte Granitkuppel mit einer Feldspaltverwitterungszone von zwei bis drei Metern an. Einige Jahre wusste man mit der „weißen Erde“, dem Kaolin, welches im Zusammenhang mit der Verwitterung von Granit entsteht, nicht viel anzufangen. Trotzdem mutete am 5. Mai 1700 Veit Hans Schnorr, der Jüngere, die im Lumpicht gelegene „Weiße St. Andreas Fundgrube“ und erwarb Grund und Boden um das Bergwerk. Die Mutung erweiterte er 1704. Das Schnorrsche Puder wurde zunächst zum Pudern von Perücken und Gesichtern verwendet. Es löst das bis dahin verwendete Weizenmehl ab.

Als 1708 ein Befehl des Kurfürsten an alle Bergämter erging, für die Versuche von Tschirnhaus und Böttger Tonproben weißer Färbung einzusenden, gelangte Kaolin aus Aue in die Hände der Porzellanerfinder. Das Jahr 1709 sollte die Welt für immer verändern denn Johann Friedrich Böttger untersuchte das Kaolin auf seine Brauchbarkeit zur Porzellanher-stellung. Das Auer Kaolin erwies sich in seiner Reinheit als Unübertroffen für die Herstellung des Meißener Porzellans. Alle Versuche, mit anderen Kaolinfunden weißes Porzellan herzustellen, blieben unbefriedigend. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Bedarf der Meißener Porzellanmanufaktur allein aus der Grube des Weißen St. Andreas gedeckt. Alle Kostbarkeiten aus der Blütezeit der Meißner Manufaktur unter Höroldt und Kändler sind aus Auer Kaolin hergestellt.

Aus vorhandenen Grund und Seigerrissen der Lagerstätte lässt sich errech-nen, dass ca. 75000 Kubikmeter Reinkaolin gewonnen wurden. Zwei Taler und drei Groschen zahlte die Meißner Manufaktur im Jahre 1790 für fünfzig Kilogramm aufbereitetes Kaolin. Schnorr erkannte seine Chance und verschaffte sich 1711 das kurfürstliche Privileg, dass allein seine Zeche, die im Aufbau befindliche Meißner Manufaktur mit Kaolin zu beliefern. Einhundertvierzig Jahre lang ist Aue Alleinlieferant für die Manufaktur.
Die Verwendung der "Auer Weißen Erde" anders als zur Porzellanherstellung in der Manufaktur in Meißen, wurde unter strenge Strafe gestellt, sogar der Tod durch den Strang wurde angedroht. Während des siebzigjährigen Krieges gelang es dann Friedrich II. dass Auer Kaolin, welches jede Woche in versiegelten Fässern nach Meißen transportiert wurde, zu beschlagnahmen und in großen Mengen in seine Potsdamer Manufaktur zu bringen.

1880 wurde die „Weiße Erdenzeche“ stillgelegt.
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