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ALTE SCHRIFTEN IM KLÖSTERLEIN FREIGELEGT



Aus der Geschichte des Klösterleins:
Gegründet 1173
Am 07. Mai 1173 wurde eine kleine Augustiner- Chorherren- Propstei am nord-westlichen Ausgang des Auer Tales als Tochterkloster des St. Moritzstiftes zu Naumburg gegründet. Dies geschah während der Besiedlung des Erzgebirges durch deutsche und fränkische Bauern in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Damit war es zur ersten Klostergründung im damals schwer zugänglichen Miriquidi im Westerzgebirge gekommen. Die Gründung wurde durch Kaiser Friedrich dem I. „Barbarossa“ auf einem Hoftag in der Kaiserpfalz zu Gosslar urkundlich bestätigt.
Als Zeugnis der Klostergeschichte ist bis in die Gegenwart die Klosterkirche erhalten. Sie ist das älteste Bauwerk der Stadt Aue und weist eine romanische Bausubstanz auf. Das Kirchlein war zunächst wahrscheinlich zum Teil aus Holz erbaut worden und wurde um 1230 durch einen Steinbau ersetzt. Um 1200, so schätzte man bisher, müsste das Klösterlein-Zelle erbaut worden sein.
Das Putzritzgemälde
Vermutlich um das Jahr 1230 schuf ein Mönch namens Martin(us) im Rahmen des „Naumburger Meisters“ das große Putzritzgemälde an der Außenwand. Es stellt in der Mitte und über den Rahmen hinausragend die Mutter Maria mit dem Christuskind dar, links Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ und rechts Bischof Nikolaus als Schutzheiligen dieses Klosters.
Auch in das Auer Tal kam die Reformation Dr. Martin Luthers, so wurde um 1527 das Kloster Zelle aufgelöst und die Ländereien an den sächsischen Kurfürsten verkauft. Vermutlich überputzte man in dieser Zeit das Putzritzgemälde. Über viele Jahre war nun Klösterlein-Zelle Filialgemeinde von Oberschlema. Als sich 1881 die Erneuerung des Außenputzes der Kirche notwendig machte, entdeckte der Kunsthistoriker C. Gurlitt an der östlichen Außenwand die Spur eines Heiligenscheines. Zum Vorschein kam ein annähernd quadratisches Gemälde. Es handelte sich um ein Putzritzgemälde oder auch Sgraffito genannt. Es vergingen Jahre, ehe merkliche Schritte zur Rettung des Bildes unternommen werden konnten. Das Putzritzgemälde zierte noch 50 Jahre seit seiner Wiederentdeckung den Ostgiebel der Klosterkirche. Es handelt sich dabei um das älteste und wertvollste Kunstwerk des Westerzgebirges. Wegen zunehmender Umweltschäden musste man es auf Betreiben des bekannten Heimatforschers Dr. Siegfried Sieber1934 abnehmen. Das Gemälde wurde zunächst nach Dresden verbracht und restauriert. Die Stadt Aue plante zu dieser Zeit die Errichtung eines Städtischen Museums und die Ausstellung des Gemäldes dort. Ab Oktober 1937 bis Anfang der 1960er Jahre befand es sich dort und wurde 1967 in die St. Annnenkapelle des Freiberger Doms überführt. Von da gelangte es in die Bibliothek des Klosters Altzella bei Nossen. Anschließend wurde es für die Landesausstellung „Der Naumburger Meister“ nochmals in Dresden restauriert und in den Naumburger Dom verbracht. Nach einer weiteren intensiven Restaurierung in Dresden befindet sich das Bild nunmehr im Chemnitzer Schloßbergmuseum. Nach Einbau einer Belüftungsanlage für den Innenraum der Klosterkirche wird es wieder nach Klösterlein-Zelle zurückkehren.
Historische Entdeckungen
Dass die Klosterkirche in Teilen sogar 40 Jahre älter ist, als angenommen, wurde in den letzten Jahren während der Sanierung des Fußbodens entdeckt. Im Altarbereich legten Bauarbeiter 14 Grüfte frei, die ungefähr aus dem 17. Jahrhundert stammen und die letzten Ruhestätten von Pröbsten und einiger Adliger sind. Die Baumaßnahmen wurden nötig, da der rund 100 Jahre alte Teerfußboden durch die Flut 2002 in der Kirche gerissen war. Er wurde gegen Schieferplatten ausgetauscht, die dem Stil des rund 800 Jahre alten Klösterleins entsprechen. Um eine solide Basis zu schaffen, musste tief in den Untergrund gegraben werden, dabei stießen sie auf eine alte Mauer zwischen Altarraum und Schiff. Vermutlich eine alte Grundmauer. Das bedeutet, dass der fast quadratische Altarraum vor 1200 entstand und das Gebäude erst später um das Kirchenschiff verlängert wurde. Auch den Platz des ersten Altars machten die Archäologen aus. Der Altar entstand ein Stück weiter in Richtung Ostwand, als der 1750 eingebaute jetzige Kanzelaltar. Etwa in dieser Zeit entstanden die Grüfte. Das verraten gebrannte Ziegel, aus denen die Tonnengewölbe bestehen.
Bei Sanierungsarbeiten im Klösterlein entdeckte man auch unter der freigelegten Barockdecke die Bildnisse der zwölf Apostel. Ein weiteres Kunstwerk aus der Klosterkirche wurde schon 1902 an das Kunstgewerbemuseum in Dresden verkauft und befindet sich heute im Museumsbestand der Meißner Albrechtsburg. Es ist ein Glasfenster mit dem berühmten „Auer Grün“, welches vermutlich aus dem 13. Jahrhundert stammt und die Maria mit dem Jesuskind darstellt.
Am 29.05.1998 fand eine Glockenweihe statt. H.- A.- Mark, Gießereibesitzer und Glockenexperte aus Brockscheid in der Eifel goss die neue, 60 kg schwere Glocke für das Kirchlein. Eine Restaurierung aller Buntglasfenster wurde 1999 durchgeführt. Der Außenputz wurde abgehackt und erneuert, die Bärmig-Orgel überholt und die Restaurationsarbeiten an Innenwänden und Decke weitergeführt.
Nachdem die Klösterlein – Orgel aufwändig und unter denkmalspflegerischen Aspekten saniert wurde, konnte am 22.10.2006 ihre feierliche Wiederweihe stattfinden – unter der Leitung des Orgelvirtuosen KMD Prof. Matthias Eisenberg. Die ursprünglich für die alte St. Nicolaikirche gebaute Orgel erlebte nach ihrem Umsetzen in die Klösterlein Kirche Ende des 19. Jahrhunderts ihre dritte Weihe.

Ein schwerer Verlust war der Diebstahl des von Georg Ohm geschaffenen Altarbildes. Georg Ohm war vermutlich in einer der Werkstätten Lucas Cranachs beschäftigt. Es zeigte Jesu Abendmahl und wurde in den 90er Jahren entwendet, indem es herausgebrochen wurde. Man vermutet einen Auftragsdiebstahl, der allerdings bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Das Altarbild wurde durch ein nach Originalfotos handgemaltes Duplikat ersetzt.
Legenden um die Klosterkirche
Hinter vorgehaltener Hand wird immer wieder erzählt, dass es einen unterirdischen Gang zwischen dem Klösterlein und dem Klostergut geben soll. Bisher wurde dieser durchgehend nicht entdeckt. Jedoch sowohl vom Rittergut als auch von der Seite des Kirchleins stiegen vor Jahren junge Männer in diesen Gang ein, konnten ihn aber wegen vorhandener Gase nicht durchschreiten. Vermutlich wurde der Gang durch den Eisenbahnbau und viele andere Baumaßnahmen unterbrochen.
Der Verein und die Veranstaltungen
Lange wurde das Klösterlein-Zelle lediglich als Begräbniskapelle genutzt. Der Förderverein „Klösterlein-Zelle e.V.“ hat seit 1994 durch sein Engagement zur Erhaltung der Kirche großartige Arbeit geleistet. Regelmäßig finden hier Konzerte und Lesungen statt. Sie dienen dem Erhalt dieses Kleinods.
Da die Restauration der Emporen abgeschlossen ist, können diese nun auch wieder genutzt werden. 250-260 Sitzplätze stehen inzwischen zur Verfügung.
Aufgrund der Einschränkungen durch die Restaurationsarbeiten waren rund 70 Besucher im vergangenen Jahr bei den Konzerten und Veranstaltungen durchschnittlich anwesend, insgesamt waren ca. 800 Besucher da.
Das absolute Highlight und Besuchermagnet schlechthin war die Buchlesung mit Sabine Ebert. Sie hat versprochen, das Klösterlein in einem ihrer nächsten Schwert und Krone-Romane zu erwähnen, vermutlich wird dies aber erst im Jahr 2021 soweit sein.
Wenn man an Veranstaltungen im Klösterlein teilnimmt, sollte man sich eine warme Jacke einpacken, denn sowohl im Sommer, als auch erst recht im Winter ist es hinter den dicken Mauern recht kühl. Da hilft auch die Heizung nicht viel, denn durch zu hohe Temperaturen und der daraus folgenden Lufttrockenheit würde man den historischen Schätzen im Klösterlein großen Schaden zufügen.
Im kommenden Jahr sind wieder viele Veranstaltungen geplant. Beginn ist am 08.04.2018 um 14.00 Uhr mit Erzgebirgischer Mundart & Musik von und mit Matthias Fritzsch & Christoph Heinze. 2018 sind erstmals fünf Sommerkonzerte geplant.
Ein besonderes Dankeschön des Vereins geht an „Blumen und Cafe Geißler Beierfeld, die seit Anfang 2017 für jede einzelne Veranstaltung einzigartige Blumendekorationen kostenlos zur Verfügung stellen.
Der Förderverein Klösterlein eV. wurde 1994 gegründet und zählt derzeit nicht nur bundesweit, sondern sogar weltweit ca. 180 Mitglieder, diese kommen sogar aus Amerika oder den Niederlanden. Dennoch wirbt man für neue Mitstreiter. Vor allem jüngere Leute, die sich für Geschichte interessieren sind gern gesehen. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 24 Euro, in besonderen Ausnahmefällen kann der Beitrag auch halbiert werden.
Alle weiterführenden Informationen finden Sie unter www.kloesterlein-aue-zelle.de
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