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DIE AUER LICHTSPIELTHEATER

Die Auer Lichtspieltheater

Der Stadtchronist Heinz Poller berichtet:

In der Fleischerei Popella begann die Auer Kinogeschichte
Bei meiner Recherche von Gaststätten las ich, dass im Saal von der Gaststätte Germania in der Neustadt, ein gewisser Harry Kley als Kinomatographenbesitzer um 1910 auftrat und Filmvorführungen anbot.
Er wohnte in der Albertstraße 2. Heute Dr. Külzstr. Dort hatte er auch seit 1907 die Genehmigung für die öffentlichen Vorführungen von Filmen. Doch zuvor musste jeder Film der Polizei vorgelegt werden, die dann entschied, ob der Film dem gesetzlichen – sittsamen Inhalt entspricht. Dann konnte der Besucher bei der Polizei eine Genehmigung abholen, die dann als Berechtigung zum Anschauen des Filmes galt. Auf der Suche nach alten Bilder, fiel mir im Archiv der Bauplan für Kinomatographische Vorführungen, als Edison Salon, in der Albertstraße 2 in die Hände. Wer denkt schon daran, dass dieser Plan, die heutige Fleischerei Popella ist. In der Fleischerei Popella begann die Auer Kinogeschichte.
Der Eingangsbereich ins Geschäft, war auch der Zugang zum Kino. Rechts war die Kasse und bis zur heutigen Hausdurchfahrt waren die Sitzplätze angeordnet. Unter dem Namen „Kaiser Panorama“ wurde in der Zeitung annonciert. Im Dezember 1914 hatte Kley seinen Betrieb aufgegeben. Nachfolger hatten zwar 1915 umgebaut, aber 1916 dann doch geschlossen.
„Café Carola Kinosalon“ Wettinerstraße 15 (1901-1938)Am 07. Juli 1898 richtet Carl Jantzen, ein Konditor aus Cranzahl, ein Gesuch an den Rat der Stadt Aue, ein Wohnhaus mit Café als Konditorei mit Bierschank zu bauen. Das Haus wurde in der Wettiner Straße 15 errichtet und konnte Ende 1898 fertiggestellt werden.
1903 erhielt er die Genehmigung für den Bau eines Gesellschaftssaales mit einer Varietébühne auf seinem Grundstück hinter dem Wohnhaus. Als dann im „Varieté- Salon“ mit seinen 323 Sitzplätze für die Kinogäste die ersten Bilder über die Leinwand flimmerten, wurde im Volksmund aus dem „Café Carola“ das „Carola-Theater“ oder „Carola-Kino“.
Während des 1. Weltkrieges stand das Carola-Theater fast 5 Jahre leer und wurde am 07. Juli 1919 wiedereröffnet. Am 01. April 1932 gab Herr Carl Jantzen in der Zeitung bekannt, dass er sein „Carola-Theater-Aue“ an Herr Max Adler aus Oelsnitz im Vogtland verpachtet hat.
„Adler Lichtspiele“ (1938-1990) Lichtspieltheater Einheit Postplatz
Max Adler erwarb 1938 das am Ernst- Geßner- Platz (heute Postplatz) stehende Gantenbergische Landhaus (Puschkinhaus, heute Jugend – und Sozialzentrum) mit Gartengelände und beantragte im selben Jahr bei der Reichsfilmkammer in Berlin den Neubau eines Filmtheaters auf seinem Villengrundstück. Das Filmtheater wurde1938 im neoklassizistischen Stil innerhalb von 6 Monaten bis Anfang Dezember erbaut. Am 14. Dezember 1938 konnte man im Erzgeb. Volksfreund lesen:“ Aue erhält ein modernes Filmtheater“. Man machte es zum „ größten, modernsten und führenden Tonfilmtheater des oberen Erzgebirges mit täglicher Spielzeit“. Mit dem Bau des neuen Kinos gab Adler das Vorführen im Carola-Theater auf. Das neue Kino hatte insgesamt über 1047 Plätze, im Saalgeschoss 776, in der Loge 50 und im Rang 221 Plätze. Am 23.12.1949 wurden die Adler Lichtspiele in Lichtspiele „Einheit“ umbenannt. 1995 musste das Filmtheater übrigens der Postplatz- Passage weichen und wurde abgerissen.

„Apollo“ Lichtspiele (1914- 1965) „Glück-Auf-Lichtspieltheater“
Als 1913 das Postamt in Aue eröffnet wurde, brauchte man die Räumlichkeiten in der alten Post, gegenüber von der Firma Curt Bauer in der Bahnhofstraße (heute Parkplatz) nicht mehr.1914 baute man die im Anbau befindliche Pakethalle zu einem Lichtspieltheater um. Die Hauptbesitzerin Johanne verw. Fischer, hatte den Rat der Stadt ersucht, in diesem Gebäudeteil Lichtspiele vorführen zu dürfen. Man nannte es Apollo-Lichtspiele , wurde von den Herren Berthold und Schneider betrieben und verfügte 1927 über 634 Plätze. Wie in der Zeitung stand, soll am 14.11.1914 abends 7 Uhr das neue Lichtspieltheater in Aue, Bahnhofstraße 17 eröffnet werden. Die Besitzer des Unternehmens, haben damit unserer Stadt eine Lichtspielstätte bereitet, die in jeder Hinsicht zu loben ist. Der große in geschmackvoller Farbgebung gehaltene Raum ist mit bequemen Klappsitzen, 300 an der Zahl ausgestattet, desgleichen sind drei Logenplätze einladend, wie überhaupt das ganze Innere des Theaters sich als vornehm und geschmackvoll erweist. Max Adler übernahm während des Krieges auch das Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße 17.
Am 26.1.1946 kam mit dem Befehl von Generalmajor Dubrowski die Übernahme der Kinos am Postplatz und in der Bahnhofstraße 17 an Sojusintorgkino.
Die Apollo-Lichtspiele wurden nach 1945 zu Lichtspieltheater „Glückauf“ umbenannt Nach dem man 1965 den Filmbetrieb eingestellt hatte, plante man den Bau einer gemüsehalle oder ein städt. Wannenbad. Man entschloss sich für eine Turnhalle für Leichtathletik und Boxen. Später wurde sie als Turnhalle von versch. Berufsschulen genutzt. Der Eingang zum ehem. Kino ist der heutige Computerladen Acom, worin die drei Stufen zur Kinokasse noch erhalten sind. Auf der Suche nach Bildern, Informationen und Dokumenten wurde ich dankenswerter Weise von Frau Weiß (Bauamt) und Frau Ullmann ( Kreisarchiv) unterstützt. Damit nichts vergessen wird ist dieser Aufruf gedacht:
Der Ortschronist bittet um Mithilfe
Zur Dokumentation der Stadtgeschichte werden Dokumente, wie Fotos, Filmprogramme u.a. vom diesem Gebäude (ehemaliges Kino/ Turnhalle) gesucht, da das Gebäude abgebrochen werden soll.
Wer behilflich sein kann, wendet sich bitte telefonisch an Heinz Poller 03771 / 52250
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