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TAG DES GEDENKENS AN DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS



Vor 74 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Seitdem gilt Auschwitz als Symbol der unmenschlichen Gräueltaten und der Barbarei während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. Jährlich am 27.01. wird den Opfern der nationalsozialistischen Diktatur gedacht.

Nach vorsichtigen Schätzungen wurden bis zur Befreiung des Lagers Auschwitz-Birkenau durch sowjetische Truppen etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen ermordet. Es war das größte Lager in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Zunächst als Lager für polnische politische Häftlinge eingerichtet und 1941 für sowjetische Kriegsgefangene ausgebaut, liefen ab Juli 1942 regelmäßig Züge mit deportierten Juden aus dem gesamten Europa ein.

Einzelschicksale drohen in der schier unermesslichen Grausamkeit, die sich in den Konzentrations- und Vernichtungslagern abspielten unterzugehen. Deshalb sind Augen- und Zeitzeugenberichte für die Nachwelt von immenser Bedeutung. Menschen werden damit ein Stück aus ihrer Anonymität geholt, ja ihr Schicksal und ihr Leid offengelegt. Briefe, Gedichte oder Zeichnungen berühren uns auf eine Weise, die Statistiken, offizielle Berichte oder Zahlen kaum auszudrücken vermögen. Diese persönlichen Hinterlassenschaften sind daher ein wichtiger Teil unserer Erinnerungskultur.




Wiebke Irmisch und Larissa Böttcher, zwei Mädchen aus Klassenstufe 10. Des CWG, zitierten aus Briefen verfasst von Aharon Liukant, adressiert an seine beiden Kinder Berthe und Simon.
Oberbürgermeister Kohl gab zur Kranzniederlegung anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.1.2019 auch einen Einblick in das Schicksal der Familie Teubner aus Aue. Bekannt ist Ihnen sicherlich Kurt Teubner, Sohn des Schnitzers und Bildhauers Emil Teubner, und selbst Künstler und Ehrenbürger der Stadt Aue. 1928 hatten die jüdische Bürgerin Susanne Zivi (geboren am 7.6.1906) und der Kunstmaler Kurt Teubner geheiratet. Nach 1933 war die Familie Teubner vermehrt mit Schikanen und Unterdrückungen konfrontiert. So wurde Kurt Teubner wegen seiner Ehe mit einer Jüdin und als Kommunist nicht in die Reichskammer der bildenden Künste aufgenommen.
Mit den 1935 erlassenen Nürnberger Rassegesetzen wurde auch die Familie Teubner zunehmend in die Isolation gedrängt. Während Susanne Teubner ein striktes Arbeitsverbot auferlegt wurde, verrichtete Kurt Teubner Gelegenheitsarbeiten, um den Unterhalt der Familie zu gewährleisten. Unter den andauernden Schikanen hatte auch die 1934 geborene Tochter Traude zu leiden.
Am 10.11.1938, zum Zeitpunkt der Reichspogromnacht war die Familie Teubner nicht zu Hause. Von Bürgern angesprochen erfuhren sie auf ihrem Heimweg von den Vorkommnissen und beim Passieren des Auer Altmarkts, wurden sie zu Augenzeugen der Zerstörung des Kaufhauses Schocken.
Großes Leid erfuhr Susanne Teubner durch die Festnahme ihrer Eltern, die über mehrere Stationen 1942 in das Lager in Gurs an der spanisch-französischen Grenze interniert wurden. Suse Teubner erinnerte sich 1991: „Als meine Eltern in das Lager in Gurs kamen, wurden sie innerhalb des Lagers getrennt. Susannes Mutter wurde von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet. Kurt Teubner wurde 1943 zunächst zur Arbeit in der Auer Maschinenfabrik Popp und danach zur Organisation Todt zwangsverpflichtet. In Cherbourg musste er mit tausenden Anderen den Atlantikwall errichten.
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Im Februar 1945 bekam Susanne Teubner die Aufforderung, sich bei der Gestapo in Zwickau zum Arbeitseinsatz zu melden. Das war die lang befürchtete Meldung zur Deportation nach Theresienstadt.
Susanne und Kurt Teubner entschlossen sich in die Illegalität zu gehen. Sie fanden bei einer Familie in Alberoda Unterschlupf. Versorgt durch Freunde (Marthel Hofmann, später Direktorin der Lessing-Oberschule) entgingen sie so der drohenden Deportation. Auch die Tochter Traude war als 11-jährige in die Versorgung der Eltern einbezogen. Zusammen mit ihrem 1943 geborenen Bruder Stefan wartete sie auf die Rückkehr der Eltern.

Vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 hatten die jüdischen Gemeinden im Deutschen Reich rund 560.000 Mitglieder. Nach der Shoah lebten 1950 nur noch etwa 15.000 Juden in der Bundesrepublik. Heute gibt es in Deutschland rund 107.000 Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft, sie ist damit die drittgrößte in Europa.
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„Weder durch Herkunft, Geschlecht, Rasse, Weltanschauung oder Religion, Krankheit und Behinderung dürfen Menschen Opfer von Gewalt, Anfeindungen oder Ächtung werden.“, so Bürgermeister Kohl. „Lassen Sie uns gemeinsam all deren gedenken, die gequält, gefoltert und ermordet wurden. Wir gedenken, an diesem 27. Januar, allen Opfern des Nationalsozialismus: Juden, Sinti und Roma, Christen, Menschen mit Behinderung, Homosexuellen, politisch Andersdenkenden, Männern und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftlern, Künstlern, Journalisten, Kriegsgefangenen und Deserteuren, Greisen und Kindern, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und der Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“
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